Archiv für März 2009

Auf dem Weg zur Unibib…

… mit dabei: Laptop, Energydrinks, Füller, ein kopierter Aufsatz (Schiff, Otto: Die deutschen Bauernaufstände von 1525 bis 1789, in: HZ 130 (1924), 189-209) und ungefähr 12 kg Bücher… Ab und an wünscht man sich auch als Bibliophiler die weitere Verbreitung von E-Books: Die komplette Literatur für eine Hausarbeit könnte dann im Idealfall an einem E-Bib-Terminal auf den eigenen Rechner geladen werden, Quellen und Fußnoten wären mit einer Suchfunktion zu finden, „Lesezeichen“ nicht mehr klebrige, verkrumpelte, kleine Zettelchen, sondern reine Metaphern…

Canned Libraries
„Canned Libraries Open New Vistas To Readers“ (Modern Mechanix, Aug 1936)

Prokrastination.

Andies Freecell-Score

104

BibliOdyssey

BibliOdyssey ist eine wunderbare Reise in die Welt alter Literatur, die Macher haben schon selbst Bildbände mit all dem Kuriosen und Spannenden herausgegeben, was sie alles so finden. Zudem erfährt man über diesen Blog immer wieder Interessantes – etwa, dass es ein „Digitalisierungszentrum“ der Bayrischen Staatsbibliothek in München gibt, das alte Bildbände für eine digitale Bibliothek abfotografiert/einscannt…
Aus einem Athlethik und Fechtbuch aus dem 16. Jahrhundert:

sicle

Mair, Paul Hector: De arte athletica I – BSB Cod.icon. 393(1, Augsburg, Mitte 16. Jh. [BSB-Hss Cod.icon. 393(1]

Robots ARE People!

Robots
http://blog.modernmechanix.com/2009/03/03/robots-are-people/

Die Welt der technikgeschichtlichen Blogs ist erstaunlich groß – und Modern Mechanix – eine Art Retropresseschau – ist ein wunderschönes Beispiel für die Schönheit trashiger und mitunter sinnloser Technologie…;)

Auf dem Weg in den Sozialismus.

vrd
Und das sagt diesmal nicht der Heilige Dath, noch Gregor Gysi… sondern wohl zutiefst verlässliche Leute aus einer bayrischen Regionalpartei sowie aus Deutschlands größter Tageszeitung:

Szenario zu Rot-Rot-Grün: Science-Fiction mit Gysi und Ramsauer. Spiegel online, 03.03.2009

Kommentar: Volksrepublik Deutschland. Von Hugo Müller-Vogg. Bild online, 03.03.2009

Gab es das nicht schon mal?

Deutschland-China

Das geht natürlich auch etwas chauvinistischer:

Müntefering

Bzw. als counterfactual history von Christian von Dithfurt:

Mauer

Scatterbrains im JuZe Welzheim

welzheim

Passend zum vorherigen Artikel fällt mir noch ein…

…Morgenrath, Birgit; Rössel, Karl: Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg. Das Thema im Schulunterricht (I). In: Forum Wissenschaft 4/08, S. 52ff

Cleo online.

taz
Eine Geschichtslehrerin wehrt sich gegen die neuen niedersächsischen Schulbücher, in denen von 52 abgehandelten historischen Personen nur acht weiblich sind… Kommentar des Vorsitzenden des Verbandes der Geschichtslehrer in Deutschland dazu? „Geschichte ist lange von Männern gemacht worden – daran kann man nichts ändern“. Die Antwort der taz-Autorin Petra Schellen:

„…es geht nicht um Promille, wenn nur ein Fünftel aller präsentierten historischen Persönlichkeiten weiblich ist. Es geht vielmehr um die Auswahl dessen, was man präsentiert: Sind es Krieg, Außendarstellung und Täter, werden die meisten Akteure vermutlich männlich sein. Sind es Zivilgesellschaft und Opfer, stellen sich die Dinge anders dar.“

Was man dem obersten Geschichtslehrer vielleicht noch entgegenhalten könnte: Geschichtsunterricht war immer didaktisches Mittel, kein perfektes Modell der Historie. Unter bestimmten Kriterien wird auch jetzt schon selektiert, was den Schülern gegenüber vermittelnswert scheint: Dies führte durchgehend zur starken Betonung der europäischen, abendländischen Geschichte gegenüber anderen, aus den Augen unserer Gesellschaft unwichtigeren Themen (wie dem traditionellerweise in zwei Absätzen abgehandelten Prozess der Entkolonialisierung oder der bis auf wenige Einzelereignisse uninteressanten Geschichte der sowjetischen Satellitenstaaten*). Wenn man also zusammenfasst, verkürzt und betont, existiert eine historische Integrität sowieso nicht mehr. Es ist ja nicht so, dass exakt 52 historische Personen alles sind, was Lernende über Geschichte wissen müssen. Unter diesem Gesichtspunkt spiegeln die Geschichtsbücher nicht wieder, was war, sondern was ein Kultusausschuss für vermittelnswert hielt.

Niedersächsische Schulbücher: Gender-Lücke im Curriculum. taz online, 03.02.2009

PS: Der Titel dieses Eintrags ist ein Wortspiel, das wohl nur Historiker verstehen.

PPS: Irgendwie erinnert die Äußerung des Herrn Lautzas an Seymour Skinner in der Simpsons-Folge „Girls Just Want to Have Sums„…;)

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*Was erfährt man beispielsweise im Geschichtsunterricht außer der Solidarność-Bewegung über Polen 1947 – 1990?

Nachts im Bett.

*gähn*

Geschichte der Mechanismen
Wirkmechanismus
Physikeinführung sollte neben dem Laptop liegen
Horwitz, Das Relais-Prinzip
Troitzsch?
Ropohl
Weg von der Innovation, hin zu den Naturgesetzen
Die Hellebarde als Hebel, das Schwert als Konzentrator
Anwendbar für TG, aber auch für UG?
Sinn:
- Mechanismen ließen sich vergleichen
- Fragen nach der Entdeckung von Mechanismen/Naturgesetzen ließen sich stellen => Wissenschaftsgeschichte

???

Kleine Kulturgeschichte der Vulva.

vv
Ein Interview mit der Kulturwissenschaftlerin und sex-positive-Feministin Mithu M. Sanyal zu ihrer gerade erschienenen Monografie über die kulturelle Rolle der weiblichen Geschlechtsorgane findet sich heute auf taz.de. Leider sieht Amazon die ideale Zielgruppe wohl nicht in Historik, Soziologie und Kulturwissenschaft beheimatet… zumindest kriegt man als Doppelpacket verbilligt nicht etwa Nina Degeles „Sich schön machen. Zur Soziologie von Geschlecht und Schönheitshandeln“ dazu… sondern „Yoni Massage. Entdecke die Quellen weiblicher Liebeslust – sinnlich-energetisch-spirituell“.

Mithu M. Sanyal: Vulva. Die Enthüllung des ‚unsichtbaren Geschlechts‘, 2009