Dilemma.

Oh, ok…

Eine südafrikanische (weiße) Schauspielerin weigert sich, ihrem Kollegen (schwarz) einen langen Kuss bei einem Theaterstück zu geben, was in Südafrika einen Aufschrei der Empörung zu Folge hat. Es kommt zu einer Debatte über immer noch in der südafrikanischen (weißen) Gesellschaft vorhandenen Rassismus, vor allem, da die Schauspielerin anscheinend außer der Erklärung, dass sie den Kuss unhygienisch fände und ein Theaterstück für Kinder keinen 20sekündigen Kuss zeigen sollte, deutliche Anzeichen von Ekel dabei zeigte:

„The play’s director, Leslie Ehrhardt, supported Dyantyi’s account. „Without a doubt there was a racial element from the word go until the very end,“ he said. „Carolyn underlined it with her general behaviour towards Unathi. She pushed him away and her face was screwed up, as if kissing him was the worst thing in the world.“

Die Frage, die ich mir nun stelle (ohne die ganze Geschichte bewerten zu wollen): Wie wägt man als ein in der Wolle gefärbter Linker in einer solchen Situation ab zwischen der antirassistischen Position, dass eine Schauspielerin genauso bereit sein sollte, Kollegen schwarzer wie weißer Hautfarbe zu küssen – und der antisexistischen Position, dass ein Mensch grundsätzlich selbst entscheiden sollte, wen er wann, wo und wie küsst, sich nicht dafür rechtfertigen muss, wenn er es nicht tun will und es auch kein Arbeitsverhältnis geben sollte, das einem Menschen sexuelle Handlungen aufzwingt?

White actor’s refusal to kiss black man turns into a race row in South Africa: Racism allegation hits South African production / Scene unsuitable for child audiences, woman says, The Guardian, 28. Mai 2009