Ufff…

…heute nacht 5 Seiten runtergerissen… und morgen sollte der Artikel, an dem ich nun schon anderthalb Wochen feile, fertig sein. Thema: Technische Evolution.

Bei der Betrachtung der Theorien Max Benses, Hugo Theodor Horwitz‘ und auch Samuel Butlers fällt auf, dass sich das Verständnis von Intelligenz im Laufe der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts grundsätzlich gewandelt hat: Sieht Bense noch die Hollerithmaschine als Symbol einer maschinellen Logik und ihre Prozesse analog zu einem geistigen Vorgang und kommt Butlers These einer kommenden Versklavung der Menschheit durch die Maschinen noch vollkommen ohne eine technische Eigendynamik oder Ambition ihrerseits aus, so ist zwischen 20. und 21. Jahrhundert mit künstlicher Intelligenz weitaus mehr verbunden: Emotionen, Empathie, Dialogfähigkeit, ein Bewusstsein, das sich selbst in Frage stellen kann. Die kulturellen Ansprüche an eine künstliche Intelligenz beinhalten nun einen komplexeren Kanon an „menschlichen“ Attributen als ein paar Jahrzehnte zuvor noch. So sind beispielsweise die Cybermen, kybernetische Bösewichte in der BBC-Science-Fiction-Serie Doctor Who in den 1960er Jahren, als emotionslose und rein logisch argumentierende Gegner für ihre Epoche glaubwürdig; die Königin der kybernetischen Borg-Schwarmintelligenz aus dem achten Star Trek-Film „First Contact“ von 1996 wird hingegen zwar als rein logische Antagonistin eingeführt, entpuppt sich aber im Laufe der Handlung als individuelle Einheit und fast genauso emotional gesteuert wie ihre humanen Gegenspieler.

Cybermen
(1966)

Borg Queen
(1996)