„Wir haben uns jetzt langsam strukturiert und gehen zum Gegenschlag über.“

Aus Mails zwischen JN-Funktionär Thomas B. und NPD-Mann Christoph B., welche der taz ebenfalls vorliegen, geht hervor, dass beide gegen die starke linke Szene im Freiburger Raum vorgehen wollten. Am dritten November 2007 schreibt Thomas B. an „Kamerad Christoph“, er habe Interesse an einer Mitgliedschaft bei den Jungen Nationaldemokraten, „um hier unten einen JN Stützpunkt aufzuziehen“. Acht Leute kriege er bestimmt zusammen. Am 12. April 2008 möchte Thomas B. dann schon „die Namen und Adressen von wichtigen politischen Gegnern in dieser Umgebung.“ Grund: „Wir haben uns jetzt langsam strukturiert und gehen zum Gegenschlag über.“

Am gleichen Tag schreibt Christoph B. zurück: „Ich kann dir Adressen geben, leider habe ich nicht viele.“ Deshalb brauche man ein unbekanntes Gesicht, dass beim nächsten Antifa-Vortrag in Freiburg dabei sei, denn so käme man auch an neue Namen und Adressen. Am folgenden Tag legt Christoph B. nach: „Die Adresse des DGB-Vorsitzenden Freiburg suche ich noch heraus.“ Grund: Der NPD-Kader verdächtigte den Gewerkschaftsbund mit der Antifa Freiburg zusammenzuarbeiten.

Ein Sprecher dieser Antifa-Gruppe sagte der taz, man habe Thomas B. und seine Freunde mehrfach dabei überrascht, als sie das alternative Freiburger Jugendzentrum KTS ausspionieren wollten. „Die Einzeltäterthese ist falsch“, sagt der Sprecher. Er wirft den Jungen Nationaldemokraten und der Kameradschaft „Freie Kräfte Lörrach“ vor, den mutmaßlichen Bombenbastler unterstützt zu haben.

A. Speit, D. Schulz, Rechtsextremismus: Neonazi doch kein Einzeltäter? taz Online, 30. August 2009


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