Archiv für August 2009

Trip to Tübingen…

… am Sonntag morgen. Aufgenommen in der Münzgasse, beim Blauen Salon.


Beautiful.


Raummmmmmschiff!…:)

No Nazis (im wahrsten Sinne des Wortes) – kein Hessmob in KA, dafür 250 Gegendemonstranten.

Tja… das mit dem Flashmob war wohl nix. Zumindest in Karlsruhe, wo außer zwei, drei Schwarzgekleideten, die man nicht sicher einordnen konnte und die das Geschehen am Rande beobachteten, am Marktplatz definitiv keine Nazis Hess-Sprüche zitierend abhingen. Dafür standen aber 250 Gegendemonstranten mit Pfeifen, Fahnen und in einem Falle sogar einer (fröhlichen, by the way) Konzertina bereit, erwarteten den Glockenschlag halb acht und verliefen sich dann nach weiteren zehn Minuten. Lustigerweise findet regelmäßig um diese Uhrzeit die Montagsdemo der MLPD statt – das mit der Terminwahl war wohl doch etwas ungeschickt für die Kurzhaarigen.

Irgendwie fühlten wir uns ein bißchen wie Anhänger irgendeiner obskuren Sekte, die am vereinbarten Zeit- und Treffpunkt drauf wartet, dass nun ein UFO kommt, um uns zum verheißenen Planeten unseres Gurus zu bringen – und nun steht man da, kuckt sich die ganze Zeit um und fragt sich, wo denn nun das blöde Ding bleibt.

Kuckt man sich das Getwitter auf #Antimob09 an, scheint auch insgesamt nicht wirklich was los gewesen zu sein. Einzige Ausnahmen bisher: Es gibt zwei YouTube-Videos, eins aus Chemnitz, eins aus Löbau, wobei das Geschehen auf letzterem auch theoretisch zu irgendeiner anderen Zeit auf dem letzten Hinterhof aufgenommen worden sein könnte.

Was war das Ganze also? Ich würde ja auf ein, zwei rechte Hanseln tippen, die genug HTML konnten, um die Aufrufseite ins Netz zu stellen – und eine vielleicht dreistellige Anzahl von Trittbrettfahrern im ganzen Bundesgebiet, die darauf angesprungen sind. Statement eines österreichischen Fotoblogs dazu:

Nun gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder der Hessmob war ein Fake und der Urheber – egal welcher Fraktion dieser zuzuordnen ist – sitzt jetzt vor seinem Rechner und lacht sich ob der allgemeinen Aufregung ins Fäustchen. In diesem Fall ein ziemliches Pech für die paar Nazis die sich überall in großer Unterzahl fanden. Oder aber es war kein Fake, allerdings hätte dann die Mobilisierung der rechten Fraktion komplett versagt.

(War wohl nix. Der Antimob09 in Wien. ikoon photography, 17.08. 2009)

Das Irritierendste war wohl an der ganzen Sache, dass das Ganze im Vorfeld so rüberkam, als würden Nazis inzwischen linke Strategien rasant schnell adaptieren und anwenden. Naja – Pustekuchen. (Im übrigen war das wohl die erste Gegendemo auf der ich war, bei der sowohl der Anlass als auch die Gegenaktionen komplett im Web dirigiert wurden und bei der es keine Flyer, Plakate etc. gab.)

http://search.twitter.com/search?q=%23Antimob09
Neonazi Flashmob: Kein Nazigedenken in Karlsruhe – dennoch Platzverweise. Ka-News, 17.08. 2009

UFOs und Sci Fi.

Ufo Spiegel

Konjunktur hatten die britischen Ufo-Sichtungen zum Beispiel im Jahr 1996. Dafür gibt es möglicherweise eine einfache Erklärung: Experten führen den Anstieg von 117 Fällen im Jahr 1995 auf 609 im Folgejahr auf zwei Ereignisse zurück: Der Science-Fiction-Blockbuster „Independence Day“ kam in die Kinos, in dem Außerirdische die Erde überfallen und erst im letzten Moment von der Menschheit besiegt werden können. Außerdem erfreute sich die Mystery-Serie „Akte X“ zunehmender Beliebtheit.

„Es liegt auf der Hand, dass es einen Zusammenhang zwischen Zeitungsartikeln, TV-Programmen oder Alien-Filmen und der Zahl der Ufo-Sichtungen gibt, die dem Verteidigungsministerium mitgeteilt werden“, sagte Journalistik-Dozent David Clarke von der University of Sheffield.

Freigegebene Ufo-Akten: „Wir wollen, dass du mit uns kommst“. Spiegel Online, 17.08.09

Wie ich schon beim Science-Fiction-Workshop beim Action, Mond & Sterne vermutet habe: Science Fiction hat handfeste Auswirkungen auf die Gesellschaft…

PS: Das passt auch zur weiteren Theorie, dass Briten und Amerikaner gerade gegenüber Aliens und Raumschiffe durch langjährige Serien wie Doctor Who oder Star Trek sensibilisiert worden sind, während solche Theorien im deutschsprachigen Raum sich meist um außerirdische Besucher vor mehreren zehntausend Jahren drehen

Scatterbrains nun auf blogsport.

Scatterbrains

Ja, die ebenso fulminanten wie altehrwürdigen Scatterbrains haben es nun doch geschafft, mit ihrer Folk-Punk-Homepage den Anbieter zu wechseln und vom langweiligen Blogger zum viel trendigeren Blogsport zu wechseln… ein dreifaches Hipp-Hipp-Hurra darauf.

Herr Dath bleibt cool.

dath

… diesmal in der Welt, nachgefragt, warum er denn die Linke wählen wird. Naja. Das mit dem „Idioten mit Abitur“ kann man ihm – der seit knapp anderthalb Jahren immer wieder von FAZ, taz, Spiegel, Zeit etc. als derzeit originellster, intellektuellster und idealistischster Autor rauf- und runtergelobt wird – wohl als Selbstkritik bzw. -bezichtigung durchgehen lassen…

„Darum wähle ich Lafontaine.“ Interview mit Dietmar Dath auf Welt online.

Gefunden bei Toasty.

Ansonsten:
Dietmar Daths Essay „Maschinenwinter“: Lenin 2.0. taz Online, 06.06. 2008
http://technikultur.blogsport.de/2009/01/30/dietmar-dath-kam-sah/
http://technikultur.blogsport.de/2009/06/08/abschaffung-der-arten-20/

Schön sieht das aus…

… das Action, Mond & Sterne nimmt Formen an:
ams 2009

Vielleicht sieht man ja euch alle dort… samstags spielen übrigens die Scatterbrains…;)

Historia Naturalis Palmarum auf BibliOdyssey.

HNP Artificial Owl

BibliOdyssey: Historia Naturalis Palmarum. 30.07.2009

Wie man während eines deutschen Luftangriffes seine Zigarettenglut blickdicht macht…

… um den Bombern keine zusätzliche Orientierungshilfe zu geben, das erfuhr man schon im Februar 1940 in der Printausgabe von Modern Mechanix, und vor ein paar Tagen nochmal im MM-Blog:

swg mm

Modern Mechanix, Smokes Without Glow (Feb, 1940)

Das Lucky-Luke-Heft, in dem der Untergang indianischer Kultur des amerikanischen Westens eingeleitet wird.

O, Gelber Hund, Großer Häuptling der Cheyenne… [o] ihr Weisen vom großen Stamm der Cheyenne! Bleichgesichter haben es gewagt, die Schwarzen Berge zu überqueren und in eure Jagdgründe einzudringen!

Wenn ihr sie nicht massakriert, wedet ihr hier bald unter das Gesetz der Bleichgesichter fallen… Ihr werdet nicht mehr das Recht haben, die Stöcke, die Feuer spucken, zu benutzen!

Ihr werdet nicht mehr das Recht haben, auf Bisonjagd zu gehen. Eure Söhne werden sich von euch abwenden und die Sitten und Gebräuche der Bleichgesichter annehmen.

Und ihr werdet nicht mehr das Recht haben, Feuerwasser zu trinken!

- Bull Bullets, Antagonist im Lucky-Luke-Heft „Die Schwarzen Berge“1, in seiner Rede zum Rat der Cheyenne-Indianer

Bis auf den letzten Satz: Wie wahr, wie wahr…

  1. Morris, Goscinny: Lucky Luke. Die Schwarzen Berge, Stuttgart, 1995, S. 35 [zurück]