Piraten verscheuchen Fischtrawler.

Zwar ist der Artikel schon älter, nichtsdestotrotz ein schönes Beispiel, das die Komplexität vermeintlich einfacher Sachverhalte verdeutlicht…

„Die gigantischen Fangflotten großer Fischkonzerne sind ein Magnet für Piraten vor der Küste Ostafrikas. Die Trawler haben die Gewässer vor Somalia und Kenia leergefischt, teils gingen sie in den vergangenen Jahren dort sogar illegal auf Fischfang. Die Netze der Fischer vor Ort blieben in der Folge leer – mancher suchte sich eine neue Einnahmequelle und tauschte das Netz gegen ein Maschinengewehr.

Doch nun schlägt das Pendel zurück: Aus Angst vor Überfällen wagt sich kaum noch ein Trawler in die Seegebiete – und die Fischbestände erholen sich offenbar. ‚Es gibt jetzt mehr Fisch, als gefangen werden kann, weil die Piraten die internationalen Fischer verschreckt haben‘, sagte der Vorsitzende des Fischereiverbands in der kenianischen Ortschaft Malindi, Athman Seif. Über alle Arten hinweg gebe es eine erhebliche Vergrößerung der Bestände, erklärte der Inhaber des Unternehmens Kenya Deep Sea Fishing, Howard Lawrence-Brown. ‚Wir hatten im vergangenen Jahr die beste Speerfischsaison, die es je gab.‘“

Ostafrika: Piraterie stärkt Fischbestände. Spiegel Online, 12.01.2010