Archiv der Kategorie 'Atheismus'

*gg*… was man alles so findet, wenn man „Atheist“ googelt…

(via The Frame Problem)

Für Meisner ist Dawkins ein Nazi.

Es wäre töricht, anzunehmen, dass jemand wie der Kölner Erzbischof zu blöd ist, um den Unterschied zwischen positiven und normativen Aussagen zu kennen. Der Unterschied zwischen beiden Aussageformen spielt aber in der Kreationismus vs. Evolutionsdebatte eine entscheidende Rolle. Man könnte ihn ungefähr so zusammenfassen: Richard Dawkins sieht Menschen als ‚Überlebensmaschinen‘ ihrer Gene, die menschliche Entstehung eben nicht als Werk eines Gottes, sondern als Resultat langfristiger evolutionärer Prozesse – was von seinem Standpunkt mitnichten etwas Gutes oder Schlechtes ist, sondern eben schlicht und einfach Fakt und Erkenntnis der wissenschaftlichen Arbeit von Evolutionsbiologen der letzten 150 Jahre. Wenn Meisner nun äußert, daß

„Ähnlich wie einst die Nationalsozialisten im einzelnen Menschen primär nur den Träger des Erbgutes seiner Rasse sahen, […] auch der Vorreiter der neuen Gottlosen, der Engländer Richard Dawkins, den Menschen als ‚Verpackung der allein wichtigen Gene‘ [definiert]“

dann impliziert er, dass Dawkins eine normative Aussage trifft und seine eigene Theorie als Wertvorgabe und Weltanschauung ganz klasse findet. Den normativen Part übernimmt allerdings in diesem Fall eigentlich Meisner – immerhin ist ihm die Evolutionstheorie ein Dorn im Auge, den zu bekämpfen heilige Aufgabe der Mutter Kirche ist oder sein sollte.

Natürlich ist es kein Wunder, dass Dawkins jemandem wie Meisner verhasst ist. In seinen anderen Betätigungsfeldern neben der Biologie ist Richard Dawkins eben der weltweit führende Atheist. Dass das allerdings nur bedingt mit seinen biologischen Theorien zu tun hat – das zu verdrängen und zu vertuschen, das ist in dem Fall Meisners Ziel und der Grund für den abstrusen Vergleich: Der Biologe und Darwinist muss natürlich auch Sozialdarwinist sein, Nazivergleiche gehen immer und mit einem Kapitel des Dritten Reiches, in dem die Katholische Kirche eben ausnahmsweise nicht dem Regime zugearbeitet hat, punktet man treffsicher.

Erzbischof zu Köln: Meisner vergleicht Biologen Dawkins mit Nazis, Spiegel Online, 01.11.2009

Jerk.

Ok, „Religulous“ ist vielleicht nicht das subtilste Machwerk und der Vergleich „Michael Moore für Atheisten“ trifft es eigentlich ganz gut… aber wenn ich mir den Kreationistenmüll ansehe, der auf kino.to auf der Startseite gerade zum Download steht, dann finde ich auch die schroffste und ungehobeltste Weise, mit christlichen Fundamentalisten umzugehen, vollkommen legal und gerechtfertigt. Eigentlich schon wieder so trashig, dass es lustig ist.

Auswahl gefällig?
„Das Unglück, dass [sic!] der Darwinismus über die Menschheit brachte“
„Der Evolutionsschwindel“

Catch the bus…

Gefunden im Blog der Marburger Hochschulgruppe für Humanismus und Aufklärung

Gib’s ihnen, Dave!

Dave Attenborough

Vor Kurzen haben Sie in einem Radiointerview erzählt, dass Sie Hass-Mails von Zuschauern bekommen, die Ihnen vorwerfen, in ihrer jüngsten TV-Dokumentation zum Charles-Darwin-Jubiläum Gott und der Schöpfungsgeschichte zu wenig Anerkennung zu zollen. Was haben Ihnen die Leute da so geschrieben?

Sie schreiben, ich möge in der Hölle schmoren und erlöst werden.

Was sagen Sie dazu?

Die Kreationisten haben immer schöne Lebewesen wie Kolibris im Kopf, wenn sie an die Schöpfungsgeschichte denken. Ich antworte dann immer, dass ich an ein Kind in Ostafrika denken muss, in dessen Augapfel sich ein Wurm eingegraben hat. Dieser Wurm kann nur auf diese eine Weise existieren – indem er sich durch Augäpfel gräbt. Ich finde es ziemlich schwierig, das mit der Vorstellung von einem gütigen, göttlichen Schöpfer in Einklang zu bringen.

Interview David Attenborough: Der Wurm in der Träne des Nilpferds. Frankfurter Rundschau, 13. Mai, 2009

Hihi…

kulinaria katastrophalia

kulinariakatastrophalia.blogsport.de: Lieber schön kochen statt zwangsweise Religion servieren. 26. April 2009

Mixa und der Atheismus.

MixaUnd mal wieder meldet sich der krachende Vertreter alter katholischer Sturheit zu Wort – und seine Version der Geschichte, in der friedliche/widerständige Christen von Atheisten (wohl alles Darwingläubige ;) ab 1933 in Konzentrationslager gesteckt wurden, unterscheidet sich eigentlich nicht grundsätzlich von der des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Oettinger, nach der der Marinerichter Filbinger kein Nationalsozialist, sondern vielmehr ein NS-Gegner gewesen sei… vielleicht sollte ich in diesem Blog die Rubrik „Atheismus & Religionskritik“ einführen. In diesem Sinne: Frohe Ostern.

Osterpredigt: Bischof Mixa sieht Massenmord als Folge des Atheismus. Spiegel Online, 12.04. 2009

Die Atheisten schlagen zurück.


… und wie sie so zurückschlagen steht auf SPon…

Muslimischer Kreationismus.

Dass es ihn gibt, war naheliegend, aber irgendwie mir bisher noch nie so ins Auge gefallen. Ein Interview mit Adnan Oktar, Hardcore-Muslim und Antizionist findet sich auf Spiegel Online – der Mann scheint einen Narren an Darwin gefressen zu haben – und teilt mit Evolutionsbiologen und Memgläubigen zumindest die Vorstellung, dass Darwins Theorie in fast allen wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Bereichen ihren Niederschlag findet.