Archiv der Kategorie 'Kultur'

UFOs und Sci Fi.

Ufo Spiegel

Konjunktur hatten die britischen Ufo-Sichtungen zum Beispiel im Jahr 1996. Dafür gibt es möglicherweise eine einfache Erklärung: Experten führen den Anstieg von 117 Fällen im Jahr 1995 auf 609 im Folgejahr auf zwei Ereignisse zurück: Der Science-Fiction-Blockbuster „Independence Day“ kam in die Kinos, in dem Außerirdische die Erde überfallen und erst im letzten Moment von der Menschheit besiegt werden können. Außerdem erfreute sich die Mystery-Serie „Akte X“ zunehmender Beliebtheit.

„Es liegt auf der Hand, dass es einen Zusammenhang zwischen Zeitungsartikeln, TV-Programmen oder Alien-Filmen und der Zahl der Ufo-Sichtungen gibt, die dem Verteidigungsministerium mitgeteilt werden“, sagte Journalistik-Dozent David Clarke von der University of Sheffield.

Freigegebene Ufo-Akten: „Wir wollen, dass du mit uns kommst“. Spiegel Online, 17.08.09

Wie ich schon beim Science-Fiction-Workshop beim Action, Mond & Sterne vermutet habe: Science Fiction hat handfeste Auswirkungen auf die Gesellschaft…

PS: Das passt auch zur weiteren Theorie, dass Briten und Amerikaner gerade gegenüber Aliens und Raumschiffe durch langjährige Serien wie Doctor Who oder Star Trek sensibilisiert worden sind, während solche Theorien im deutschsprachigen Raum sich meist um außerirdische Besucher vor mehreren zehntausend Jahren drehen

Scatterbrains nun auf blogsport.

Scatterbrains

Ja, die ebenso fulminanten wie altehrwürdigen Scatterbrains haben es nun doch geschafft, mit ihrer Folk-Punk-Homepage den Anbieter zu wechseln und vom langweiligen Blogger zum viel trendigeren Blogsport zu wechseln… ein dreifaches Hipp-Hipp-Hurra darauf.

Herr Dath bleibt cool.

dath

… diesmal in der Welt, nachgefragt, warum er denn die Linke wählen wird. Naja. Das mit dem „Idioten mit Abitur“ kann man ihm – der seit knapp anderthalb Jahren immer wieder von FAZ, taz, Spiegel, Zeit etc. als derzeit originellster, intellektuellster und idealistischster Autor rauf- und runtergelobt wird – wohl als Selbstkritik bzw. -bezichtigung durchgehen lassen…

„Darum wähle ich Lafontaine.“ Interview mit Dietmar Dath auf Welt online.

Gefunden bei Toasty.

Ansonsten:
Dietmar Daths Essay „Maschinenwinter“: Lenin 2.0. taz Online, 06.06. 2008
http://technikultur.blogsport.de/2009/01/30/dietmar-dath-kam-sah/
http://technikultur.blogsport.de/2009/06/08/abschaffung-der-arten-20/

Schön sieht das aus…

… das Action, Mond & Sterne nimmt Formen an:
ams 2009

Vielleicht sieht man ja euch alle dort… samstags spielen übrigens die Scatterbrains…;)

Das Lucky-Luke-Heft, in dem der Untergang indianischer Kultur des amerikanischen Westens eingeleitet wird.

O, Gelber Hund, Großer Häuptling der Cheyenne… [o] ihr Weisen vom großen Stamm der Cheyenne! Bleichgesichter haben es gewagt, die Schwarzen Berge zu überqueren und in eure Jagdgründe einzudringen!

Wenn ihr sie nicht massakriert, wedet ihr hier bald unter das Gesetz der Bleichgesichter fallen… Ihr werdet nicht mehr das Recht haben, die Stöcke, die Feuer spucken, zu benutzen!

Ihr werdet nicht mehr das Recht haben, auf Bisonjagd zu gehen. Eure Söhne werden sich von euch abwenden und die Sitten und Gebräuche der Bleichgesichter annehmen.

Und ihr werdet nicht mehr das Recht haben, Feuerwasser zu trinken!

- Bull Bullets, Antagonist im Lucky-Luke-Heft „Die Schwarzen Berge“1, in seiner Rede zum Rat der Cheyenne-Indianer

Bis auf den letzten Satz: Wie wahr, wie wahr…

  1. Morris, Goscinny: Lucky Luke. Die Schwarzen Berge, Stuttgart, 1995, S. 35 [zurück]

„Technikgeschichte? Mit sowas kriegt man doch keinen Job?“

Wenn du ein Einstiegsgehalt von 40.000 im Jahr haben willst, dann solltest du Maschbau studieren und mit vielleicht einem Auslandssemester möglichst schnell durchziehen… sowas wie Geisteswissenschaften sind brotlose Kunst und was für Gammler. Und solche Sachen wie Ehrenämter oder Vereinsarbeit machen sowieso nur Träumer und linke Spinner.

Denkste.

Rezession: Aufträge im Maschinenbau halbieren sich. Spiegel Online, 30.07.2009

Maschbau

Was für eine Gesellschaft, in der einer ganzen Generation (nennen wir sie nun spiegelesk Krisenkinder oder vielleicht ganz freakig „Post-Prä-Neo-Yuppies“1) jahrelang eingebläut wurde, dass Egoismus etwas Tolles, Solidarität und Empathie vernachlässigbar und ein effektiver Zeitplan das Wichtigste überhaupt sind. Und das von den Eltern, Lehrern und Dozenten, die noch ohne all die Multimedia-Seminare und Programmierstunden, ohne TI-92 Plus oder Flipchart mit der guten, alten humanistischen Bildung geplagt wurden und wissen sollten, dass:
- Geld als oberstes Ziel zu haben einem Pakt mit em Teufel gleichkommt („Das Kalte Herz“)
- soziale Stellung ein Konstrukt ist („Kleider machen Leute“)
- die Erfüllung aller Wünsche meist neue Wünsche nach sich zieht und nicht besonders nachhaltig ist („Der Fischer und seine Frau“, „Faust“)
- unpolitisches Bewusstsein am Schluß oft die Unterdrückung von Minderheiten toleriert („Andorra“)
- bzw. noch niemals einen Bösewicht zur Strecke gebracht hat („Wilhelm Tell“)
- Macht oder das Streben nach Macht korrumpiert („Macbeth“, „Woyzeck“)
und schlußendlich es auch noch anderes im Leben gibt, als sich auf den Beruf vorzubereiten („Carpe diem“2)

  1. „Yuppies“, weil das der angestrebte konsumorientierte Lebensstil nach dem Studium war. „Neo-Yuppies“, weil sich die 2000er nicht wirklich mit den 1980ern vergleichen lassen und die neuen Yuppies – bio-kaufend und bush-verachtend – für Sachen eintreten würden, die ihre Vorgänger-Generation nie vertreten hätte. „Prä-Neo-Yuppies“, weil sich jene Krisenkinder noch im Studium und immer ein Praktikum entfernt von der Festanstellung waren – also noch nicht am vorgegebenen Lebensziel angekommen. Und „Post-Prä-Neo-Yuppies“, weil sich die Frage stellt, ob sich das Heer von akademischen Arbeitslosen weiterhin jene hehren und hohlen Ziele leisten können wird. [zurück]
  2. Tu ne quaesieris (scire nefas) quem mihi, quem tibi finem di dederint, Leuconoe, nec Babylonios temptaris numeros. Ut melius quicquid erit pati! Seu pluris hiemes seu tribuit Iuppiter ultimam, quae nunc oppositis debilitat pumicibus mare Tyrrhenum, sapias, vina liques et spatio brevi spem longam reseces. Dum loquimur, fugerit invida aetas: carpe diem, quam minimum credula postero.

    Frag nicht (denn Wissen ist ein Frevel), welches Ende die Götter mir, welches sie dir, Leukonoe, zugedacht haben, und lass die Finger von babylonischer Astrologie! Wie viel besser doch, was immer sein mag, zu ertragen! Ob Jupiter noch viele Winter uns zugeteilt hat oder den letzten, der jetzt an entgegenstehenden Klippen das Tyrrhenische Meer bricht – lebe mit Verstand, kläre den Wein und beschränke ferne Hoffnung auf kurze Dauer! Noch während wir reden, ist die missgünstige Zeit schon entflohen: Pflücke den Tag, und glaube so wenig wie möglich an den nächsten! -Horaz [zurück]

•●★ Ⓐction, m★nd & sterne 2009 ★●•

Oh, und apropos Simmersfeld:
Action, Mond & Sterne

Mit dabei sind ebenfalls wieder die Firebeats und auch die Scatterbrains. Und meine Wenigkeit macht einen Science Fiction-Workshop…;)

Action, Mond & Sterne Festival
07. – 09. August 2009
Simmersfeld (BaWü)
www.actionmondundsterne.blogsport.de
www.myspace.com/actionmondsterne

Firebeats LIVE in Simmersfeld…

…aufgenommen am 11.07. 2009 beim feuer.nachts.traum

Petition zeigt Wirkung!

Bohling

Wer hätte das gedacht? 120.000 Online-Wähler gegen die Internetsperren und plötzlich tut sich was

Ausdrücklich schließt [Thorsten Schäfer-Gümbel] sich mit seinem Brief der am Mittwochnachmittag veröffentlichten Erklärung des Online-Beirates der SPD an, die den mit der Union ausgehandelten Kompromiss als „absolut inakzeptabel“ bezeichnet hatte.

Wörtlich hatte es in der Erklärung geheißen: „Die SPD ist dabei, sich für die Digitale Generation unwählbar zu machen. Das wird sich bereits bei der Bundestagswahl niederschlagen, weil mit der Entscheidung für die Netzsperren jeder Internet-Wahlkampf ad absurdum geführt wird (…).“ Das Gesetz drohe, einen „Zensurmechanismus“ in Deutschland zu etablieren.

Weiter heißt es: „Die Angst der Bürger, dass dieser Mechanismus missbraucht wird, ist angesichts der vielen Forderungen der Ausdehnung der Netzsperren hoch berechtigt. Unabhängig von der Intention des Gesetzgebers besteht die Gefahr, dass Gerichte die Nutzung einer einmal aufgebauten Zensurinfrastruktur auch auf andere Tatbestände ausdehnen werden.“

Aus diesem und anderen Gründen kündigte der Beirat, für den Fall einer Zustimmung der SPD bei der für Donnerstag Nachmittag angesetzten Abstimmung im Bundestag, die Einstellung seiner Arbeit an.

Weiter:

Die SPD verlöre damit ein Gremium, das sie im laufenden Wahlkampf vor allem mit Blick auf die Internet-Community einzusetzen gedachte. Die wendet sich gerade massiv von der Partei ab: Seit den Morgenstunden hat sich vor dem Brandenburger Tor eine Gruppe von mehreren Hundert Demonstranten eingefunden, darunter mit jüngeren SPD-Mitgliedern auch Parteivorstandsmitglied Björn Böhning.

Außerdem gibt es ja noch die Konkurenz von Grünen, FDP und Piratenpartei:

Ungemach droht auch von Seiten neuer Konkurrenten um die Stimmen junger Wähler. Nicht genug, dass die Grünen zunehmend deutlich gegen die Sperrlisten Stellung beziehen. Für Samstag hat die Piratenpartei, die bei den Europawahlen 0,9 Prozent der Stimmen erreicht hatte, zu einer Demonstration in Berlin aufgerufen. Treffpunkt ist am Mittag ausgerechnet vor dem Willy-Brandt-Haus – protestiert wird also nicht nur gegen das Gesetz. „Wir geben jedem enttäuschten SPD-Mitglied am Samstag die Chance, ein neues politisches Zuhause finden“, so Florian Bischof, Berliner Spitzenkandidat der Piraten für die Bundestagswahl. „Wir tauschen SPD-Parteibücher gegen Mitgliedsausweise der Piratenpartei um. Und für die, die länger keinen Blick mehr hinein geworfen haben, verteilen wir auch wieder Grundgesetze.“

Frank Patalong, Aufstand gegen Gesetz: SPD-Rebellen protestieren gegen Internet-Sperre. Spiegel Online, 18.06.2009

Was ist das Internet?

Tatsächlich enthält das Internet (zum Beispiel): Die größten Wissenschaftsdatenbanken, die es jemals gegeben hat; einen gewaltigen Fundus an frei zugänglicher, teils durchaus schwer verdaulicher Weltliteratur; frei zugängliche Satellitenbilder der gesamten Erdoberfläche; eine kostenlose Filmdatenbank, die das „Lexikon des internationalen Films“ wie ein Reclam-Heftchen aussehen lässt; Spezialforen für jedes noch so exotische Thema, in denen man von freundlichen Fachleuten kostenlosen Rat bekommt; Strukturen, die es ermöglicht haben, mit Hilfe ehrenamtlicher Helfer das Monopol des größten Softwareherstellers der Welt zu brechen; eine erstaunlich gute, extrem umfassende Online-Enzyklopädie, geschaffen von Freiwilligen.

Es enthält aber auch: Kinderpornografie; Bombenbauanleitungen; Versammlungsorte für Menschen mit Essstörungen, Selbstmordabsichten, abseitigen sexuellen Phantasien, terroristischem Hintergrund; grauenvolle Bilder verstümmelter, sexuell erniedrigter oder getöteter Menschen; triviale, langweilige, dämliche, rassistische, antisemitische, sexistische, menschenverachtende Texte noch und nöcher.

Eine kurze und prägnante Zusammenfassung.
Christian Stöcker, Netz-Debatte: „Das Internet“ gibt es nicht. Spiegel Online, 08.06.2009