Archiv der Kategorie 'Ökologie'

Kanone Kohlekraftwerk.

(via taz)

Piraten verscheuchen Fischtrawler.

Zwar ist der Artikel schon älter, nichtsdestotrotz ein schönes Beispiel, das die Komplexität vermeintlich einfacher Sachverhalte verdeutlicht…

„Die gigantischen Fangflotten großer Fischkonzerne sind ein Magnet für Piraten vor der Küste Ostafrikas. Die Trawler haben die Gewässer vor Somalia und Kenia leergefischt, teils gingen sie in den vergangenen Jahren dort sogar illegal auf Fischfang. Die Netze der Fischer vor Ort blieben in der Folge leer – mancher suchte sich eine neue Einnahmequelle und tauschte das Netz gegen ein Maschinengewehr.

Doch nun schlägt das Pendel zurück: Aus Angst vor Überfällen wagt sich kaum noch ein Trawler in die Seegebiete – und die Fischbestände erholen sich offenbar. ‚Es gibt jetzt mehr Fisch, als gefangen werden kann, weil die Piraten die internationalen Fischer verschreckt haben‘, sagte der Vorsitzende des Fischereiverbands in der kenianischen Ortschaft Malindi, Athman Seif. Über alle Arten hinweg gebe es eine erhebliche Vergrößerung der Bestände, erklärte der Inhaber des Unternehmens Kenya Deep Sea Fishing, Howard Lawrence-Brown. ‚Wir hatten im vergangenen Jahr die beste Speerfischsaison, die es je gab.‘“

Ostafrika: Piraterie stärkt Fischbestände. Spiegel Online, 12.01.2010

Zu Besuch bei den letzten Nomaden.

Hazda Nomaden

Michael Finkel, Nomaden in Afrika: Mit den Hazda zurück in die Steinzeit. Spiegel Online, 29.11.2009

Wissenschaftler (?!)

Eigentlich klingt ganz schön viel der Zukunftsprognosen im Spiegel ganz nett (etwa die entschleunigte Gesellschaft, Wohlstand für alle, die Durchsetzung grüner Technologien, das Begrenzen des Wachstums…). Trotzdem… irgendwie merkt man schon, wes Geistes Kind die Verfasser der zitierten Studie sind:

Das dritte Szenario, das die Zukunftsforscher entwerfen, erinnert an das weltweite Vorgehen von Regierungen in den vergangenen Monaten: Unter dem Stichwort Sozialstaat 2.0 entwerfen sie das Modell einer sogenannten Big-Brother-Ökonomie. Darin übernimmt ein neo-autoritärer Staat zumindest mittelfristig die Oberaufsicht über Schlüsselbranchen und Unternehmen und schreibt zum Beispiel Banken eine absolute Obergrenze für Eigen- und Fremdkapital vor.

Definitionssache Freiheit. Aus der Perspektive sehr vieler Menschen in dieser Gesellschaft sind es eher die Unternehmen, die überwachen, kontrollieren und Freiheit beschränken – während der Staat sie beschütz(en soll)t(e). Autorität manifestiert sich eher darin, dass eine Kassiererin wegen ‚unterschlagenen‘ Pfandbons im Wert von € 1,30 entlassen werden kann und Firmen die Daten ihrer Arbeitnehmer ausspähen. Natürlich sieht das ein Unternehmer anders. Aus seiner Perspektive ist staatliche Einmischung gleichbedeutend mit Freiheitsbeschneidung – für manche anderen ist die Einmischung des Staates überhaupt erst die Ermöglichung der eigenen Freiheit.

Wesentlich radikaler ist wiederum das vierte Szenario, das die Zukunftsforscher entwerfen. Unter dem Stichwort „Verzichtskapitalismus“ zeichnen sie das Bild einer entschleunigten Ökonomie, die das bedingungslose Wachstum nicht mehr als oberstes Ziel begreift. Grundidee ist dabei, dass der Wachstumsgedanke der vergangenen Jahrzehnte den Planeten bereits über Gebühr belastet habe und weitere fatale Konsequenzen des Klimawandels verhindert werden müssen.

Tja, Meadows, der Club of Rome, die Grenzen des Wachstums… manche Ideen brauchen halt einfach ihre 30, 40, 50 Jahre um sich durchzusetzen…

Das Problem dieses von den Autoren als „Ökosoziales Gewächshaus“ bezeichneten Szenarios liegt in der Engstirnigkeit: Die „Verzichtsideologie der Nachhaltigkeitsbüßer“ führe zu „engstirnigem Öko-Spießertum“ und sei eine „naive Vision einer Heidi-Gutmenschenrepublik“.

WHAT?!

Hier, Jungs und Mädels, ist der Wischmob. Bitte haltet euch in Zukunft von wissenschaftlichen Studien fern und geht wegen eurer Heidi-Komplexe mal zum Psychiater.

Susanne Amann, Wirtschaft nach der Krise: Eine Zukunft, vier Szenarien. Spiegel Online, 18.09.09

>>>Ich geb dir gleich mal linke Deutungshoheit!!< <<

Ein weiterer britischer Comedian outet sich als Dawkins-Anhänger…

…erst Douglas Adams, Terry Pratchett, die Monty Pythons, jetzt Stephen Fry… der seine eigene Beziehung zu Douglas Adams im Guardian schildert…

Stephen Fry, In search of the planet’s most endangered species: Retracing the wildlife quest of his friend Douglas Adams. The Guardian, 02. September 2009

Was der Cro-Magnon so aß…

Spiegel Kochen mit Knochen
…ist durch archäologische Methoden feststellbar, wie er es zubereitete, weniger. Gäbe es da nicht experimentelle Archäologen, die fleißig Rezepte aus der Stein-, Bronze- und Eisenzeit nachkochen. Einen interessanten und vor allem erstaunlich ausführlichen Artikel dazu gibt es heute auf Spiegel Online. Allerdings sind die Schilderungen, wie man ein Lamm am besten in seinem eigenen Magen und über einem Feuer aus seinen eigenen Knochen kocht, vielleicht nicht unbedingt was für Leute mit vegetarischem/veganen Speiseplan…

Angelika Franz, Kochen mit Knochen: Haute Cuisine aus der Steinzeit. Spiegel Online, 29.07.2009

PS: Wäre das nicht was für Kulinaria Katastrophalia?

An den Ufern des Aralsees.

aral sea

gefunden in:
Artificial Owl: Disaster(s) of the Aral sea part 1: Shipwrecks around Muynak

NASA-Satellitenaufnahmen: Planet im Zeitraffer. 2. Teil: Ein See wird zur Salzwüste. Spiegel Online, 31.05.2009

Artentransfer.

Guardian mountain chicken frogIn der Hoffnung, ihr Aussterben zu verhindern, haben Umweltschützer 50 Exemplare der Südfroschart Leptodactylus fallax („mountain chicken frog“) aus ihrer angestammten Heimat, der Karibikinsel Montserrat entfernt, die Frösche haben fürs erste eine neue Heimat in London und New Jersey gefunden. Nötiggeworden war dies, da der natürliche Lebensraum der Art (für die sich im deutschsprachigen Internet die Namen „Gebirgsküken“ bzw. „Antillen-Ochsenfrosch“ finden) durch eine Pilzinfektion bedroht war.

„Montserrat: Rare ‚mountain chicken‘ frogs airlifted from path of deadly fungus“, The Guardian, 21.04. 2009

Wäre die Welt eine Bank…

taz greenpeace

Moderator Jürgen Kuttner über Kapitalismus: „Redet mal übers System“. taz Online, 11.04. 2009

„Für den Berliner Radiomoderator Jürgen Kuttner ist es symptomatisch, dass allerorts von Kapitalismuskritik die Rede ist, nie von Ausbeutung.“ [mehr]

Hmpf. Chiquita.

Spiegel Chiquita

Naaaaaja. Das mit den Unternehmen, die sich von Ausbeutern, Umweltverschmutzern und Gewerkschafter-Jägern plötzlich zu umweltbewussten Philanthropen mit der fetten Botschaft „sustainability“ auf dem T-Shirt wandeln, klingt eigentlich immer nach Greenwashing (wobei sogar der Biologe und ambitionierte Umwelthistoriker Jared Diamond in „Kollaps“ Unternehmen zubilligte, dass sie Inhalte des Umweltschutzes wirklich und dauerhaft übernehmen können). Für alle, die es interessiert:

Chiquita: „Bald kommt keiner mehr an klaren Standards vorbei“. Interview mit dem Chiquita-Manager George Jaksch auf Spiegel Online, 25.03. 2009